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 Mai 2004

    So langsam beginnt die neue Igelsaison...........  
 

Der Winter ist vorüber, jedoch nicht unbedingt der Winterschlaf der Igel. Täglich erhalten wir Anrufe wegen des Aussetzens überwinterter Igel.
Falls Ihre Igel noch schlafen, lassen Sie es dabei, bis Mitte Mai werden sie von ganz alleine wach. Sind Ihre Igel jedoch schon munter und werden unruhig, dann setzen sie diese – auch wenn Ihnen „Experten“ etwas anderes raten sollten – nicht bedenkenlos in der Natur aus. Das für uns schöne Frühlingswetter ist nicht unbedingt auch günstig für die Igel. Sie haben zur Zeit kein wärmendes Nest und finden auch kein Nistmaterial. Ihr Stachelkleid bietet keinen Kälteschutz in kalten Nächten ( noch besteht Nachtfrostgefahr ) und der Nahrungstisch ist für sie noch lange nicht reichlich gedeckt.
Wenn es Ihnen möglich ist, setzen Sie die Tiere samt ihrem Häuschen ( vertrauter Geruch ) an einem geschützten Ort regensicher aus. Gut wäre es, wenn ihr vorübergehendes Areal eingezäunt wäre, um sie am Abwandern zu hindern. Geben Sie ihnen ihr gewohntes Dosenfutter und Wasser, dazu Trockenfutter ( Gemisch aus Haferflocken, Sonnenblumenkernen, kleingehackten Walnüssen und Rosinen ) und pro Tag 3 bis 4 Mehlwürmer aus der zoologischen Handlung ( nicht mehr). Durch die Mehlwürmer werden die Igel an sich bewegendes Lebendfutter gewöhnt.
Sind keine Nachtfröste mehr zu erwarten ( nach den Eisheiligen Mitte Mai ), geben Sie den Igeln dann endgültig die Freiheit. Sie da auszusetzen, wo sie gefunden wurden, ist oft illusorisch. Wald und Feld sind auch nicht besonders geeignet. Am besten ist ein Ort in der Nähe von Menschen ( Kleingarten, Hausgarten, Stadtrand usw. ), denn der Igel ist, ökologisch gesehen, ein Kulturfolger, d.h. er fühlt sich zum Menschen hin gezogen.
 Wenn Sie diese Ratschläge beherzigen, wird sich der Igel problemlos in die Natur integrieren und seine ,ihm von der Natur vorgezeichnete Entwicklung nehmen.
Unkenrufe sogenannter Naturfreunde und mancher Umweltverbände, vom Menschen überwinterte Igel würden Habitate besetzen und somit einen Eingriff in die Natur darstellen, können Sie getrost überhören. Langjährige wissenschaftliche Untersuchungen einer Berliner Forschungsgruppe haben gezeigt, dass sich überwinterte Igel problemlos der Natur anpassen und die Umwelt nicht  negativ beeinflussen. (   Eine Zusammenstellung der Ergebnisse können Sie bei uns erhalten )
Viel Erfolg bei Ihren Bemühungen.

J. Dorschner