ISA Igelfreunde Sachsen-Anhalt e .V.
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Ich habe einen hilfsbedürftigen Igel aufgenommen - wie geht es nun weiter?
ISA rät: 1. HilfsbedürftigkeitNaturschutz- und Tierschutzgesetze beachten. Es ist gestattet, verletzte, hilflose oder kranke Tiere aufzunehmen, um sie gesund zu pflegen. Sie sind unverzüglich in die Freiheit zu entlassen, sobald sie sich dort selbständig erhalten können, jedoch nicht mehr im Spätherbst. Als hilflos gelten auch Tiere, die untergewichtig sind (Mine Oktober weniger als 500g ) oder Igelbabys, die ohne Mutter umherirren.

2. Warum Igel aufnehmen? Sie sind durch die Zivilisation ( Straßenverkehr, Einengung ihrer Lebensräume, Gifte im Garten, Laubsauger, Abbrennen von Laub- und Reisighaufen usw. ) vom Aussterben bedroht. In einigen Bundesländern steht der Igel bereits auf der roten Liste.

3. Erstmaßnahmen: Bei Unterkühlung aufwärmen. Vorsetzen von Wasser und Futter. Dokumentation:
(Größe, Gewicht, Fundort, Datum, Gesundheitszustand). Absuchen nach Verletzungen. Entfernen von Zecken, Flöhen, Fliegeneiern und Maden.

4.Futter: der Igel ist ein Insektenfresser, also Fleischfresser - also Katzen- oder Hundefutter aus Dosen, Geflügelklein ( gekocht, aber mit Knochen anbieten), Schabefleisch, Rührei ohne Fett, gekochtes Ei, Stückchen von Obst (Birne, Banane, Apfel). Zum Trinken nur Wasser - nie Milch - , führt zu tödlichen Durchfällen. Dem Futter täglich eine Messerspitze Mineralstoffkalk und einen Tropfen Multivitamin zufügen. Für Igelbabys gibt es Welpenersatzmilch beim Tierarzt.

5. Unterbringung:- in der Wohnung:
Möglichst großen Karton besorgen (etwa 1 qm) als Auslaufmöglichkeit. (z.B. Fernseh- Karton, sollte stabil und mindestens 50 - 60 cm hoch sein -Igel klettern gut-). (1 in der Abb.). Diesen Karton mit Folie (z.B. Einkaufsbeutel) und darüber dick mit Zeitungspapier auslegen. Als oberste Schicht einige Blätter gevierteiltes Zeitungspapier auslegen. Die beschmutzten Stellen möglichst gleich erneuern!
Schlafhäuschen ( 2  in der Abb. )  Kleinen Karton (etwa 30 x 30 cm ), ringsherum geschlossen, in eine Seite ein Schlupfloch von 10 mal 10 cm schneiden. Auch diesen Karton dick mit Zeitungen auslegen und mit viel geknülltem Papier oder Küchenrolle füllen. Eventuell später nachfüllen - das kann der Igel auch selbst tun, wenn man ihm Papier dazu anbietet. Schlafhäuschen nicht unmittelbar an die Wand des großen Kartons stellen, da Igel sonst darüberklettern können. Arbeiten Sie möglichst nicht mit Heu, Stroh, Laub, Katzenstreu usw. Sie vermeiden so weitgehendst Geruchbelästigung2 Futternäpfe, standfest. 1 Napf für Futter, 1 Napf für Wasser! ( 3 in der Abb.). Beide Gefäße täglich gründlich reinigen! Den Igel mit seiner Behausung in einen warmen Raum bringen. Beschmutztes Papier ständig durch sauberes ersetzen.
Unterbringung im Garten oder auf dem Balkon:
Das Schlafhäuschen in ein Überwinterungshaus stellen und gut (z.B. mit Styropor) isolieren. Es kann dann im Wohnbereich, im Keller, auf dem Balkon oder im Garten stehen. Als Material eignet sich Holz, das innen die nötige Säuberung (Hygiene) zuläßt und außen durch Dachpappe oder einen Farbanstrich wetterfest gemacht werden kann.
 
 
 
Sehr gut eignen sich beidseitig plastbeschichtete Möbelplatten.
Das Überwinterungshaus sollte ein schräges, allseitig überstehendes Dach aufweisen, vorne etwas reichlicher überstehend. Das Dach sollte klappbar oder abnehmbar sein Schlupflöcher auch etwa 10 mal 10 cm. Die angegebenen Maße sind Empfehlungen. Steht dieses Haus im Freien, kann das Schlafhaus auch mit Laub, Heu oder Stroh gefüllt werden. Empfohlene Maße für das Überwinterungshaus: L = 60 cm, B = 40 cm, H = 45 cm.
 6. Winterschlaf: Wenn die Tage kälter und kürzer werden, die Igel das nötige Winterschlafgewicht (700 bis 800 g) erreicht haben, zeigen sie Schlafbereitschaft. Wird der Igel im Haus überwintert, frostfrei und kühl (unter 6 Grad) stellen. Zusätzliches Nistmaterial bereitstellen. Bei Überwinterung im Freien eventuell zusätzliche Isolation. Für die Wachphasen Trockenfutter (Gemisch aus Haferflocken, Rosinen, nicht ausgepuhlten Sonnenblumenkernen und Nußstückchen), sowie Wasser bereitstellen. Das ist wichtig, da durchaus nicht immer durchgeschlafen wird, sondern der Schlaf durch Wachphasen (klimabedingte Temperaturschwankungen) alle paar Tage oder Wochen unterbrochen werden kann.

7. Aussetzen im Frühjahr: Wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind (etwa nach Mitte Mai) und die Igel ihr verlorenes Gewicht wieder aufgefüllt haben und an Lebendfutter (Würmer usw.) gewöhnt wurden. An geschützter Stelle (unter Büschen) mit ihrem Schlafhäuschen unterbringen. Futter und Wasser noch einige Tage in die Nähe stellen, bis es unberührt bleibt.